Weißer Sonntag
Der Weiße Sonntag ist ein christlicher Festtag, der am ersten Sonntag nach Ostern gefeiert wird und den Abschluss der Osteroktav bildet – also der acht Tage, an denen das Osterfest besonders intensiv begangen wird. In der Liturgie steht dieser Tag ganz im Zeichen der Freude über die Auferstehung und der Hoffnung auf einen Neuanfang. Er knüpft direkt an das zentrale Ereignis von Ostern an und vertieft dessen Bedeutung für das Leben der Gläubigen.
Der Name „Weißer Sonntag“ hat seinen Ursprung in der frühen Kirche. Damals trugen Menschen, die in der Osternacht getauft worden waren, eine ganze Woche lang weiße Gewänder als Zeichen für Reinheit, neues Leben und Zugehörigkeit zur christlichen Gemeinschaft. Am Sonntag nach Ostern legten sie diese Gewänder wieder ab – daher auch die lateinische Bezeichnung „Dominica in albis“ („Sonntag der weißen Gewänder“).
Die Farbe Weiß ist bis heute ein Symbol für Licht, Freude und Hoffnung.
Inhaltlich erinnert der Weiße Sonntag daran, dass die Botschaft von Ostern nicht mit dem Fest selbst endet, sondern im Alltag weiterwirkt. Themen wie Vertrauen, Glaube und Gemeinschaft stehen im Mittelpunkt. In vielen Gottesdiensten wird auch die Begegnung des Apostels Thomas mit dem auferstandenen Jesus thematisiert, die dazu einlädt, über Zweifel und Glauben nachzudenken.
